5G

Wir rüsten auf! Neue Tech-Stationen zum Mobilfunkstandard 5G in Planung Bereits seit 2015 dient das Forschungs- und Entwicklungsumfeld des Lehrstuhls Automatisierungstechnik an der BTU Cottbus – Senftenberg als Modellfabrik. Diese steht für alle Interessierte offen und hilft anhand verschiedener Tech-Stationen Funktionsprinzipien und Technologien zu veranschaulichen, die im Kontext der Automatisierung und Digitalisierung eine wesentliche Rolle spielen. Neben robotergestützten Automatisierungslösungen werden auf rund 1000 m² technologische Lösungen aus den Bereichen Augmented und Virtual Reality, IoT und Cloud oder digital gestützte Auftragsverfolgung abgebildet. In den nächsten Monaten entstehen hier weitere Tech-Stationen, mit denen das Themenfeld rund um den neuen Mobilfunkstandard 5G anschaulich demonstriert werden kann. Ziel ist es, die damit einhergehenden Potenziale greifbar zu verdeutlichen und unternehmensindividuelle 5G - Lösungen besser diskutieren zu können. 1 00B9 5G – Smarter Mobilfunk für zukunftsfähige Lösungen Der neue Kommunikationsstandard 5G begegnet einem im Alltag am ehesten bei der Auswahl eines neuen Mobiltelefons. Doch gerade für produzierende Unternehmen, auch für kleine und mittlere Unternehmen¹, bietet 5G in der nahen Zukunft neue Möglichkeiten, Wertschöpfungsprozesse zu optimieren. Das Handelsblatt bezeichnet 5G als Voraussetzung für die nächste industrielle Revolution². Revolutionär an dem neuen Kommunikationsstandard ist die Möglichkeit, alles mit allem zu vernetzen. Die Verbindung erfolgt dabei sehr schnell (Latenzzeiten von bis zu einer Millisekunde), mit einer hohen Bandbreite (20 Gbps Download, 10 Gbps Upload) und sehr zuverlässig (99,999%). Damit wird 5G Teil eines technischen Systems, welches als Internet der Dinge bezeichnet wird. Zentrale Zielgrößen der Produktion, welche durch 5G-basierte Anwendungen verbessert werden können, sind bspw.: Flexibilität, Effizienz, Produktivität, Skalierbarkeit, Rentable Losgröße, Nutzbarkeit, Anzahl/Länge der Kabel zwischen Sensoren oder Ausfallzeiten. Doch welche konkreten Anwendungen nutzen 5G in der nächsten Zeit und welche unterstützen die Verbesserung der Produktionsprozesse? Fahrerlose Transportsysteme werden durch 5G bspw. effizienter, präziser und sicherer. Folglich erweitert sich ihr Einsatzspektrum und sie können zunehmend in bestehenden Produktionsstätten die Logistik erleichtern und die Werker unterstützen. Ähnliches gilt für Augmented Reality bzw. technische Hilfsmittel, wie Headmounted Displays, welche den Werkern intuitiv und in Echtzeit die passenden Informationen zum Prozess oder Werkstück zur Verfügung stellen. Weitere Anwendungen, deren Potenzial durch 5G deutlich steigt, sind: Drohnen, Kollaborierende Roboter, Vereinzelungsprozesse chaotisch bereitgestellter Objekte oder Mobile Roboter. Mit diesen und anderen 5G-basierten Anwendungen können der Automatisierungsgrad, vorausschauende Instandhaltung, die Warenwirtschaft und die Kommunikation zwischen Menschen und Maschine verbessert werden. Das große Einsatzpotenzial animiert Unternehmen wie Bosch, Huawei aber auch kleine und mittlere Unternehmen sowie Startups zur Schaffung neuer Lösungsangebote eingebettet in Geschäftsmodelle, die voraussichtlich in den nächsten drei Jahren den breiten Einsatz in verschiedensten produzierenden Unternehmen ermöglichen. Die ersten erfolgreichen Einsätze des Kommunikationsstandards finden sich bspw. in Nokias 5G-Fabrik in Oulu und im Halbleiterwerk von Bosch in Reutlingen. 5G anwendungsorientiert erleben Unser Ziel besteht darin, 5G in produktionsorientierten Anwendungen und entsprechenden Tech-Stationen für Sie erlebbar zu machen. Zukünftig können Sie sich in der Modellfabrik über notwendige 5G Infrastrukturen informieren und konkrete Anwendungen, wie z.B. Roboter, die Objekte selbstständig aus einer chaotischen Kiste greifen, fahrerlose Transportsysteme, welche noch präziser und schneller ihren Weg durch die Produktion finden, sowie eine hochpräzise, schnelle, optische Qualitätskontrolle komplexer Erzeugnisse anschauen und deren Einsatzmöglichkeiten mit uns diskutieren. Eine Machbarkeitsstudie sowie die Konkretisierung der Netzintegration in unserer Modellfabrik erfolgten bereits in Kooperation mit dem Projekt iCampus und der Mugler AG. Weitere Partner sind der Forschungscampus ARENA 2036 sowie die Nokia Corporation. Geplant ist, in diesem Jahr das Netz sowie ein bis zwei Demonstrator-Anlagen einzurichten. ¹ (Ciulli and Magen, 2019) ² (Handelsblatt (DE), 14. Juni 2019)

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