IT trifft auf Industrie

    Wagon Intelligence, sensorbasierte End-to-End-Lösungen und Retrofit:

    7. CIIT präsentiert spannenden Lösungen und setzt wertvolle Impulse



    Bereits zum siebten Mal kamen Vertreter aus Wirtschaft, Industrie und IT beim »COLLOQUIUM Industrielle IT« (CIIT) zusammen, um gemeinsam über aktuelle Trends und künftige Herausforderungen rund um die Digitalisierung und Automatisierung von Unternehmensprozesse zu diskutieren.

    Immer an interessanten Produktions- oder Logistikstandorten in Brandenburg staatfindend, war das CIIT dieses Mal zu Gast bei der ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH.

    Zum Auftakt gewährte der Spezialist für qualitativ hochwertige Flachstähle und führende Lieferant von Qualitätsstahl bei einer Führung durch das Warmwalzwerk einen Blick hinter die Kulissen des leistungsfähigen integrierten Hüttenwerks mit hochmodernen Anlagen und Technologien.

    Eröffnet wurde das anschließende Vortragsprogramm durch Brandenburgs Staatssekretär Thomas Kralinski, der das erste Mal am CIIT teilnahm und sich aus erster Hand mit Unternehmern u.a. zu Themen wie der digitalen Optimierung von Logistikprozessen, der Verarbeitung von Stahl mit intelligenter Prozessautomatisierung im Sondermaschinenbau, digitaler intelligenter Güterwagensteuerung, aber auch zu Fragen der heiß diskutierten Künstlichen Intelligenz austauschte.

    Spannenden Input gab es beispielsweise von der DB Cargo AG, die das Projekt Wagon Intelligence vorstellte, bei dem es um die Digitalisierung der Güterwagenflotte geht. Mithilfe eines Telematikmoduls, GPS sowie RFID- und NFC-Tags werden die analogen Güterwagen in die voll vernetze digitale Welt überführt. Über Mobilfunk sendet der ausgerüstete Wagen Signale während der Fahrt und bei Ereignissen wie Start, Stopp oder Stößen. Daraus können verwertbare Informationen zum Beladungszustand, der Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Bewegung bei sensiblen Ladegütern ermittelt werden. Zudem profitieren die Kunden von besser steuerbaren Logistikketten, einer höheren Transportqualität und planbaren Ankunftszeiten.

    Wie moderner Datentechnologien zur Erschließung neuer Geschäftsfelder oder Erweiterung dieser beitragen zeigte auf beeindruckende Weise Christopher Perschk, Geschäftsführer der EMIS Electrics GmbH. Der einstige Kraftwerksdienstleister beschäftigt heute 500 Leute und bietet unter anderem elektrische Infrastrukturen und Automatisierungslösungen an. So werden beispielsweise Achterbahnen weltweit mit Steuerungs- und Sicherheitstechnik ausgestattet. Mit Sensoren bestückt, die den aktuellen Zustand anzeigen, lassen sich Fehler umgehend erkennen und die Funktionsfähigkeit der Sicherheitsbügel kontrollieren. Darüber hinaus liefert die IT Daten über die Auslastung der Bahnen und macht die Achterbahnfahrt unterhaltsamer: Es lassen sich automatisch Sounds einspielen oder Lichteffekte gesetzt.

    Unter dem Motto “Kann das weg oder macht Ihr Retrofit?!“ stellte Daniel-Siemon Werne von der Francotyp-Postalia AG anhand einer Francotyp C Frankiermaschine von 1930 vor, wie die Digitalisierung von alten Maschinen möglich ist und somit Informationen über die Nutzung in einer Cloud-Anwendung einsehbar werden und dadurch Potenziale erkannt werden können.

    DAS »COLLOQUIUM INDUSTRIELLE IT«

    2016 richtete das IMI Brandenburg gemeinsam mit dem Branchenverband der IT- und Internetwirtschaft der Hauptstadtregion, SIBB e.V., erstmalig das Colloquium Industrielle IT (CIIT) aus. Heute ist das CIIT eine etablierte Austauschplattform, die an Brandenburger Produktions- und Logistikstandorten die Unternehmerschaft produzierender Unternehmen und IKT-Unternehmen der Region zusammenbringt. Akteure der digitalen Wirtschaft und des produzierenden Gewerbes nutzen es zum Erfahrungsaustausch bei der Implementierung von Digitalstrategien in Unternehmensprozesse. Ziel der Veranstaltung ist über Branchengrenzen hinweg, ein besseres gegenseitiges Verständnis zu befördern, Kooperationen auszuloten und die Digitalisierungsaufgaben zu erörtern und umzusetzen.

    Diana Zeitschel, Projektleiterin des IMI Brandenburg: „Automatisierungstechnik und digitale Systemlösungen sind wesentliche Faktoren für die Zukunftsfähigkeit der Brandenburgischen Betriebe. Das IMI Brandenburg unterstützt seit 2015 kleine und mittelständige Unternehmen in Brandenburg bei der Identifizierung von Potenzialen zur Erhöhung des Digitalisierungsgrades. Die Erfahrungen zeigen hier, dass bereits ein Wandel stattgefunden hat und die Mehrzahl der produzierenden Unternehmen sich der Notwendigkeit und der Herausforderungen der Digitalisierung bewusst ist. Angesichts der Fülle an möglichen Lösungen, Technologien und Systemen kann aber leicht der Überblick verloren gehen. Die Vernetzung untereinander und der Austausch von Erfahrungen, aber auch Rückschlägen, spielen daher eine große Rolle. Zudem sprechen IT und Produktion häufig nicht die gleiche Sprache, was das Entwickeln der optimalen Lösung erschwert. Das Colloquium Industrielle IT bringt beide Branchen zusammen und hilft hier Brücken zu bauen und die Grundlagen für Kooperationsprojekte zu schaffen.“

    René Ebert, Geschäftsführer des SIBB e.V.: „Die digitale Agenda und die Digitalisierungsstrategie in Brandenburg zeigt, dass das Land vor großen Herausforderungen steht, gerade auch, was die Begleitung der Unternehmen in das digitale Zeitalter betrifft. Am Beispiel unseres Gastgebers wird einmal mehr deutlich, welches Gewicht dies auch für industrielle Entwicklung des Landes Brandenburg hat. Anwenderunternehmen suchen nach Lösungen, Austausch und Beratungen. Angebote, die wir als Branchenverband der IT- und Internetwirtschaft seit Jahren mit vielfältigen Formaten unterbreiten und damit die Firmen in der Hauptstadtregion auf dem Weg der digitalen Transformation begleiten. Auch der Erfolg im Rahmen unseres Colloquiums Industrielle IT gibt uns Recht, für die Unternehmer der Region eine solche Austauschmöglichkeit entwickelt zu haben. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, wie groß der Bedarf an Informationen und Austausch ist. Das CIIT ist heute eine unentbehrliche Netzwerkplattform, die wesentliche Impulse liefert, die Digitalisierung in den märkischen Betrieben voranzutreiben und zu begleiten. Der Blick hinter die Kulissen bei ArcelorMittal macht einmal mehr beispielhaft deutlich, welche digitalen Lösungen heute Unternehmenserfolge beeinflussen.“

    Das Colloquium Industrielle IT ist eine Veranstaltung im Rahmen des Clusters IKT, Medien und Kreativwirtschaft Berlin Brandenburg und des Clusters Metall Brandenburg. Die Veranstaltung wird durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.


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    Das Innovationszentrum Moderne Industrie Brandenburg wird durch Mittel der Europäischen Union und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

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    Das Innovationszentrum Moderne Industrie Brandenburg ist angesiedelt am Lehrstuhl Automatisierungstechnik der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg.