Digitale 3D-Manufaktur

Computergesteuertes Fräsen, 3D-Druck & Augmented Reality in der Tischlerei: Handwerkliche Präzision durch digitales Know-how




Das Unternehmen

Die Tischlerei Bächer Bergmann GmbH wurde nach den Geschäftsführern Sebastian Bächer und Georg Bergmann benannt, die das innovative Unternehmen kurz nach ihrer Ausbildung gründeten. Der in Köln ansässige Betrieb, der im Jahr 2020 bereits sein zehntes Jubiläum feierte, ist auf die Fertigung komplexer Objekte wie Skulpturen, Möbel oder Prototypen spezialisiert und Vorreiter in Sachen 3D-Konstruktion. Mit seiner langjährigen Erfahrung nutzt Bächer Bergmann digitale Technologien und intelligente Vernetzung, um die traditionelle Fertigung von Werkstücken mit modernen, computergesteuerten Produktionsprozessen zu verbinden. Für Kunden eröffnet das die Möglichkeit einer kreativen Ideenwerkstatt.



Herausforderungen als Chancen begreifen und nutzen

Die neuen Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung in der Handwerksbranche ergeben, sind Chance und Herausforderung zugleich. Fertigungsmöglichkeiten, die es früher nicht gegeben hätte, und eine rationellere Produktion stehen einem sich ändernden Arbeitsmarkt sowie der Befürchtung, das traditionelle Handwerk könne durch intelligente Maschinen abgeschafft werden, entgegen. Für Bächer Bergmann ist es jedoch wichtiger denn je, sich auf begabte Handwerker verlassen zu können.


Neben qualifizierten Mitarbeitern zählt vor allem die Bereitschaft, sich selbst und die Produktionstechnik unablässig weiterzuentwickeln. „Digitalisierung ist ein Prozess, der stetig weitergeht, und als Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist es wichtig, am Ball zu bleiben und sich permanent fortzubilden“, schildert Sebastian Bächer. Man müsse mit gut ausgebildeten Fachkräften ständige Innovationsfortschritte antizipieren, sodass die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Unternehmen der Branche auch in der Zukunft sichergestellt ist. Wer auf Digitalisierung setzt, entlastet sowohl die Mitarbeiter als auch die gesamte Firma und kann zukünftige Projekte noch schneller und qualitativ hochwertiger umsetzen.



Traditionelles Handwerk profitiert von modernsten Technologien

Anstatt auf den klassischen Werkzeugkasten setzt Bächer Bergmann auf den Computer als wichtigstes Hilfsmittel. Von modernsten CNC-Fräsmaschinen werden nicht nur komplexe Bauteile gefertigt, sondern auch feine Formen und Muster, die exakt und funktionsgerecht realisiert werden können und ein hohes Maß an Flexibilität haben. Die digitale Arbeitsweise versetzt das Unternehmen in die Lage, die Entwürfe der einzelnen Prototypen bis hin zur Produktion von Kleinserien innerhalb kürzester Zeit zu realisieren. Dabei werden sie mit Hilfe von Programmen und Tools ausgearbeitet, die den Prozess nach individuellen Wünschen gestalten und ein Mehrwert für den Kunden schaffen.


3D-Modelle werden mit teils selbst geschriebenen CAD-Datenscripts erstellt. CAD (Computer Aided Design), das sogenannte rechnergestützte Konstruieren, bildet die Grundlage für die Programmierung von Robotern mittels elektronischer Datenverarbeitung. Für das Ansteuern der Produktionsmaschinen ist eine Kodierung mittels CAM-Software notwendig. Per Knopfdruck werden die Modelle an die Maschinen weitergeleitet und dort ohne weiteres Zutun gefräst, gedruckt oder geschnitten. CNC-Maschinen, Lasertechnik, 3D-Drucker und ein Roboterarm sind dabei sehr hilfreich. Zum Einsatz kommen sowohl Fünfachs-Bearbeitungstechnik als auch ein neuer Siebenachs-Kuka-Roboter, der vor allem zum Experimentieren und für Kunstprojekte angeschafft wurde. Dies ermöglicht dem Unternehmen, seine Produkte zu konstruieren und weiterzuentwickeln, um bestmögliche und hochqualitative Fertigungsergebnisse erzielen zu können.



Vom Konzept bis zur Realisierung

Bächer Bergmann begleitet den gesamten Prozess von der Handskizze oder der CAD-Zeichnung über die CAM bis hin zur Herstellung fertiger serienreifer Produkte. Zuerst wird von digitalen Vorlagen durch 3D-Scans ein Computermodell entworfen. Mit Hilfe von CAD-Software modellieren die Tischler das Projekt nach der Vorstellung der Kunden. Nach einer eventuellen Veränderung fräsen CNC-Maschinen das Produkt millimetergenau.

Trotz Digitalisierung sind gut qualifizierte Mitarbeiter unverzichtbar.

Anschließend wird es meist noch per Hand zusammengeklebt oder -geschraubt, geschliffen, poliert und lackiert, sodass ein fertiger Prototyp entsteht. Auch an diesem Punkt zeigt sich, dass kompetente Mitarbeiter trotz aller Digitalisierung noch immer im Mittelpunkt stehen. Letztlich entscheiden die Handwerker, wann ein Werkstück tatsächlich bereit für die Lieferung ist.



Welche Vorteile bringt das digitale Arbeiten?

Insbesondere für Kunden mit Sonderwünschen auf dem Gebiet der Holzverarbeitung ist Bächer Bergmann ein idealer Ansprechpartner. Die digitalisierte Produktion ermöglicht es, Werkstücke zu fertigen, die andere Unternehmen nicht anbieten können. Dabei ist es auch irrelevant, ob viele gleiche oder unterschiedliche Teile gefertigt werden sollen – ein großer Unterschied gegenüber einer traditionellen Arbeitsweise. Zugleich werden die Kommunikation mit dem Kunden sowie die Zusammenarbeit zwischen Anbieter und Abnehmer während der Bauphase erleichtert. Der Kunde kann sich den am Computer gezeichneten 3D-Entwurf zum Beispiel per Virtual-Reality-Brille anschauen. Damit kann er erleben, wie das Produkt aussehen wird, bevor es in der Werkstatt schließlich real entsteht. Trotzdem übertrifft die Präzision des fertigen Produkts schließlich oft sogar die Erwartungen.


In Sofia, Bulgarien wurde die Bächer Bergmann GmbH als digitaler Pionier mit dem europäischen Watify Award ausgezeichnet.



SEHENS- & LESENSWERT


Quintessenz

Die Bächer Bergmann GmbH ist als Best-Practise Beispiel für die Digitalisierung im Handwerk auf der Internationalen Handwerksmesse in München vertreten. In knapp zwei Minuten fast Geschäftsführer Sebastian Bächer die wesentlichsten Punkte zum Einsatz modernster Technologien in seinem Unternehmen zusammen.

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IN-FORMATION

Das Kurzvideo zum Entstehungsprozess einer 20 Meter großen Skulptur, die durch den visionären Industriedesigners Ross Lovegross entworfen wurde, verdeutlicht eindrucksvoll die Kombination von traditionellem Handwerk und modernen Technologien. Bächer Bergmann realisierte die Umsetzung des Entwurfs, wozu die Erstellung der Konstruktion, die komplette Fertigung sowie die Montage zählte. Mehr Erfahren



Den PC als Werkzeug begreifen

Sebastian Bächer, Geschäftsührer der Bächer Bergmann GmbH, über die Digitalisierung im Handwerk, insbesondere im holzverarbeitenden Gewerbe, das Identifikationsdilemma und Gestaltungsfelder. Mehr Erfahren







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